WIRTSCHAFT UND MENSCHENRECHTE

Warum Unternehmen für Menschenrechtsverletzungen zur Verantwortung gezogen werden müssen

 

„Wir fühlen uns den Menschenrechten verpflichtet.“ Kaum ein transnationales Unternehmen wird dieser Aussage öffentlich widersprechen. Doch die Realität in der globalisierten Wirtschaft des 21. Jahrhunderts sieht anders aus. Nicht nur staatliche Akteure verletzen die Menschenrechte. Immer wieder verletzen auch Konzerne oder ihre Tochterfirmen die Menschenrechte – direkt oder indirekt, durch gezielte Kooperation mit gewalttätigen Regimes oder Konfliktparteien,
durch eine rein am Profit orientierte Geschäftspolitik oder schlicht durch mangelnde Umsicht des Managements. Die Folgen sind Tote und Schwerverletzte durch den Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch, Vertreibungen wegen eines Infrastrukturprojektes im Sudan, Verfolgung und sogar Mord an Gewerkschaftsmitgliedern in Kolumbien. Die Opfer von Gewalt, Vertreibung und Ausbeutung haben selten Mittel und Möglichkeiten, ihre Rechte einzufordern und durchzusetzen. Weder nationale noch internationale Rechtsordnungen bieten ausreichende Verpflichtungen, um Unternehmen wegen Verletzungen von Menschenrechten strafrechtlich zu verfolgen.

 

Das ECCHR setzt sich dafür ein, dass Menschenrechtsverletzungen, die Unternehmen begehen oder an denen sie in irgendeiner Weise beteiligt sind, aufgeklärt und sanktioniert werden.