Anzeige gegen belgische Offizielle wegen Verhören in Guantanamo vorbereitet
Der
belgische ECCHR-Kooperationsanwalt Christophe Marchand und sein Kollege Walter
van Steenbrugge haben Mitte Juni 2010 angekündigt, eine Strafanzeige gegen
mehrere belgische Offizielle einzureichen. Die beiden Anwälte vertreten den
belgischen Guantanamo-Insassen Mosa Zemmouri, der sich von 2002 bis 2005 in
US-Gewahrsam befand. In der Strafanzeige wird belgischen Offiziellen vorgeworfen, durch
ihre drei Besuche in Guantanamo im April 2002, Dezember 2003 sowie Februar 2005
und ihre Unterstützung der US-Behörden, Folter und die grausame Behandlung Zemmouris
gefördert zu haben. Diese Delikte stellen nach belgischem und internationalem
Strafrecht Kriegsverbrechen dar. Wolfgang Kaleck und Andreas Schüller vom ECCHR
nahmen an Treffen in Berlin und Gent zur Vorbereitung der Anzeige teil. Das
ECCHR unterstützt die Anzeige und wird intensiv am Verfahren beteiligt sein.
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ECCHR als Nebenkläger im spanischen Guantanamo-Prozess
Berlin / New York, 28. April 2010
Das
European Center for Constitutional Rights (ECCHR) und das Center for
Constitutional Rights (CCR) beteiligen sich auf der Seite der Nebenklage an
zwei Strafverfahren, die derzeit vor spanischen Gerichten anhängig sind. In
beiden Fällen geht es um das Folterprogramm der Bush-Administration.
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Die Rumsfeld-Folter-Fälle: Strafanzeige gegen Verantwortliche gestellt
Zwischen 2004 und 2007
wurden in Deutschland und Frankreich insgesamt drei Strafanzeigen gegen
amerikanische Regierungsmitglieder, unter anderem den ehemaligen
Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, und Angehörige der Streitkräfte wegen Kriegsverbrechen,
Folter und weiteren Straftaten in den Militärgefängnissen Guantánamo und Abu
Ghraib gestellt. Die jeweils zuständigen Anklagebehörden in Karlsruhe und Paris
verzichteten jedoch in allen Fällen auf die Aufnahme von Ermittlungen. Dagegen
eingelegte Rechtsmittel wurden von den Gerichten verworfen.
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Beschwerde bei UN gegen NATO-Oberbefehlshaber John Craddock
Eine formelle Beschwerde an drei
Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen, die Sonderberichterstatter gegen
Folter, für das Recht auf Gesundheit sowie für die Förderung und den Schutz der
Menschenrechte bei der Bekämpfung des Terrorismus, wurde am 2. April 2009
durch das ECCHR und weitere Akteure eingereicht. Die Beschwerde richtet
sich namentlich gegen den derzeitigen NATO-Oberbefehlshaber für Europa, den
US-amerikanischen Militärgeneral Bantz John Craddock in seiner Funktion als
ehemaliger Kommandant der U.S. Southern Command (USSOUTHCOM) in der Zeit vom
November 2004 bis Oktober 2006. General Craddock beaufsichtigte das
Gefangenenlager in Guantánamo, wo Folter, andauernde Willkürhaft und andere
Misshandlungen stattfanden. Insbesondere bewilligte Craddock als
befehlshabender General die unrechtmäßige und unethische Methode der
Zwangsernährung von Gefangenen, die in den Hungerstreik getreten waren.
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