10 Jahre Guantánamo - Der Kerker als Falle

HR 2, 10. Januar 2012

Mit Beiträgen von Bernhard Docke, Sabine Müller, Prof. Stefan Öter und Wolfgang Kaleck

Guantánamo: das ist der exterritoriale US-Stützpunkt auf Kuba, das Lager, wo normales Recht nicht gilt. Dorthin wurden vor zehn Jahren die Männer in den orangenen Anzügen verbracht und in Drahtkäfige gesperrt, oftmals ohne Aussicht auf ein ordentliches Gerichtsverfahren. Als Barack Obama an die Macht kam, hatte er vollmundig versprochen, das Gefangenenlager zu schließen. Dieses Versprechen hat er nicht gehalten. Noch 171 Männer sind derzeit in Guantánamo inhaftiert, ursprünglich waren es 775. Nur sechs Gefangene wurden verurteilt, die beiden letzten Freigekommenen traten ihre Reise im Leichensack an. Obama könnte als erster US-Präsident in die Geschichte eingehen, unter dem im US-Recht eine unbefristete Inhaftierung ohne Gerichtsverfahren verankert wurde.

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