Angemessene Unterstützung für schwerverletzte ägyptische Demonstranten gefordert

30. Juli 2011 Im Namen von zwei schwerverletzten Demonstranten der Aufstände im Frühjahr 2011 in Ägypten hat sich das ECCHR an fünf Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen gewandt. Es fordert eine angemessene Unterstützung für die durch Schüsse der ägyptischen Sicherheitskräfte verletzten Demonstranten und deren Familien unter Beachtung menschenrechtlicher Mindeststandards. Die beiden individuellen Fälle stehen für ungefähr 8.000 Einzelschicksale. Der Großteil der Geschädigten erlitt schwere Schussverletzungen, die nicht angemessen medizinisch versorgt wurden und die zum Verlust der Erwerbsfähigkeit führten. Schwere Gesundheitsprobleme sowie eine mangelhafte Grundversorgung sind nun die Folgeprobleme.

A. und T. wurden während der Demonstrationen Ende Januar und Anfang Februar durch ägyptische Sicherheitskräfte angeschossen. Sie erhielten bis vor kurzem medizinische Versorgung in Deutschland. A. verlor durch Schüsse ins Gesicht den größten Teil seiner Sehkraft, T. wurde durch einen gezielten Scharfschützenschuss die linke Schulter zertrümmert. Beide strengen Verfahren in Ägypten an und sind bereits den laufenden Ermittlungsverfahren unter anderem gegen den ehemaligen Innenminister und auch Ex-Präsidenten Mubarak beigetreten.

Das ECCHR hat sich nun mit einer Eingabe an die UN-Sonderberichterstatter über Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Gesundheit, Folter sowie extralegale Tötungen gewandt. Sie mögen bei der ägyptischen Übergangs-regierung dafür eintreten, den verletzten Demonstranten unbürokratisch Soforthilfe zukommen zu lassen. Auch sechs Monate nach den Vorfällen warten noch immer Tausende von Demonstranten, die durch Schüsse ägyptischer Sicherheitskräfte verletzt wurden, auf akute Entschädigungs- und Rehabilitationsmaßnahmen. Der Übergangsprozess in Ägypten erfordert eine breite internationale Aufmerksamkeit und Beobachtung, um internationale Mindeststandards und fundamentale Grund- und Menschenrechte zu gewährleisten.